Seit September 1998 gibt es das Naturschutzgebiet „Benkhöfer Bruch“ in der Gemeinde Hüllhorst. Es liegt ca. zwei Kilometer südöstlich des Ortsteiles Büttendorf und hat nur eine Größe von 9.2 ha.

Der Kernbereich stellt durch Tonabgrabung entstandene Stillgewässer mit bruch- und auwaldartigen Vegetationsbeständen dar.

Nur im Winter, wenn die umgrenzende Vegetation ihre Blätter verloren hat, lässt sich ein Blick auf die Gewässerlandschaft erhaschen. Anmutig und doch schauerlich stehen abgestorbene Bäume in den zugefrorenen Stillgewässern. Die Löcher in dem Totholz lassen den Reichtum der Tiere erahnen, die gerade in diesen abgestorbenen Bäumen im Frühjahr und Sommer aktiv sind. Hier in den Gewässern und auf den angrenzenden feuchten Grünlandflächen finden viele seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere einen Lebens- und Rückzugsraum in unserer sonst sehr stark genutzten Landschaft.

Wem gehören Naturschutzgebiete? Im Allgemeinen gehören die Flächen in Naturschutzgebieten Privatleuten wie Landwirten oder Waldbesitzern.

Der Anteil der öffentlichen Flächen ist hier in dem Benkhöfer Bruch verhältnismäßig hoch. Einige Flächen haben der Kreis und die Gemeinde gekauft, um es für die Natur zu sichern. In unserem Naturschutzgebiet findet man eine seltene und teilweise bedrohte Tier- und Pflanzenwelt der Bruchwälder und Stillgewässer. Neben verschiedenen Fröschen und Molchen, seltenen Libellen und Heuschrecken kommen hier auch so seltene Pflanzen wie die Sumpfcalla und der Riesen-Schachtelhalm vor. Beim Spaziergang an der Grenze des Gebietes entlang ist bestimmt schon so manchem der Graureiher aufgefallen. Er ist unser zweitgrößter Vogel, der größte ist der Storch. Ebenso wie der Storch frisst auch der Graureiher gerne Insekten, Frösche, Mäuse, Maulwürfe und Fische. Nicht immer konnte man diesen hübschen Vogel gut beobachten. „Bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde er erbittert gejagt. Teichbesitzer beschuldigten ihn, ihre Teiche leerzufischen. Doch aufwändige Analysen durch Markierung des gesamten Fischbestandes haben ihn entlastet: tatsächlich haben die Vögel in natürlichen Gewässern keinen nennenswerten Einfluss auf den Fischbestand. Im Wesentlichen hängt die Fischdichte vom Angebot an Verstecken, Unterständen und der Nahrung ab. Der Reiher schöpft nur den Teil des jährlichen Fischzuwachses ab, für den kein geeigneter Lebensraum vorhanden ist. Schließlich war sein Bestand so zurückgegangen, dass er unter Schutz gestellt werden musste. Inzwischen kann man ihn wieder recht häufig beobachten.“ (LANUV)

Leider wachsen überall um die Stillgewässer Pappeln. Hier handelt es sich nicht um die seltene Schwarzpappel, sondern um die nicht heimische Hybridpappel. Diese wurde nach dem zweiten Weltkrieg als „Kleinbauernrente“ angepflanzt. Heute lohnt sich dies nicht mehr. Das Laub dieser standortfremden Pappeln wird kaum von unseren heimischen Tieren gefressen und verändert den Boden und das Wasser. Zusätzlich wirken diese Bäume entwässernd und beeinflussen den Schutzzweck des Naturschutzgebietes dadurch negativ. Hier ist eine Pflegemaßnahme notwendig. Die Grünen werden sich mit dem Kreis als zuständige Behörde in Verbindung setzen, um die Entwicklung des Gebietes voranzubringen.

Kreis Minden-Lübbecke gibt es ca. 70 Naturschutzgebiete, davon hat Hüllhorst nur dieses eine. Das liegt nicht daran, dass Hüllhorst sonst keine schönen und schützwürdigen Flächen hat. Naturschutzgebiete werden entweder über eine Verordnung der Bezirksregierung oder über den Landschaftsplan festgelegt. Der Kreis ist zurzeit dabei, andere Landschaftspläne zu erarbeiten, so dass Hüllhorst noch warten muss.

Wir Grüne werden der Bezirksregierung verschiedene Vorschläge zur Ausweisung von schutzwürdigen Gebieten in der Gemeinde Hüllhorst machen. Flächen in Naturschutzgebieten haben für den Eigentümer viele Vorteile. So können nur hier für die Mahd Prämien gewährt werden und verschiedene Pflegemaßnamen werden vom Kreis finanziert und durchgeführt. Alles findet sowieso nur mit Einverständnis der Eigentümer statt.

Bei den Vorschlägen zur Gebietsausweisung würden wir gerne auf Ideen der Hüllhorster Bürger zurückgreifen. Wer kennt in Hüllhorst besonders schöne Gebiete oder hat schon seltene Tiere und Pflanzen entdeckt? Besonders schutzwürdig sind auch viele Teile unsere Bachtäler. Hier finden sich noch Siekstrukturen als kultur- und naturschutzwürdiges Gut.

 

Fotos vom Naturschutzgebiet

URL:http://www.gruene-huellhorst.de/aktivitaeten-in-unserer-gemeinde/naturschutzgebiet-benkhoefer-bruch/